7. Oktober 2017 Workshop Rosa Luxemburg lesen

Ein Wochenende zum Kennenlernen der antiautoritären Marxistin | 07. und 08.10. | Bitte anmelden!

Information

Veranstaltungsort

DJH Jugendherberge Landschaftspark Duisburg Nord
Lösorter Str. 133
47137 Duisburg

Zeit

07.10.2017, 12:00 - 08.10.2017, 16:00 Uhr

Veranstalter

Rosa-Luxemburg-Stiftung Nordrhein-Westfalen

Themenbereiche

Geschichte

Kosten

Normalpreis: 50,00 €

Zugeordnete Dateien

Rosa Luxemburg (1871–1919) ist die wohl bekanntesten Sozialistin im deutschsprachigen Raum. Viele Menschen verbinden mit ihrer Person und ihrem Wirken eine konsequente, intelligente und ehrliche linke Politik. Luxemburg fasziniert als emanzipierte, vielseitige und auch künstlerisch aktive Frau, die in einer Zeit lebte und wirkte, die für die politische Linke heute immer noch gravierende Auswirkungen hat. Ihre Auffassungen hatten in der sozialistischen und Arbeiterbewegung im vergangenen Jahrhundert keine Chance – sie war ihrer Zeit voraus.

Nicht zuletzt durch die Tätigkeit der RLS ist dem Leben und Werk Rosa Luxemburgs von Seiten der linken Öffentlichkeit, aber auch darüber hinaus,  im zurückliegenden Jahrzehnt wieder verstärkte Aufmerksamkeit zuteil geworden. 1999 wurde Luxemburg zur Namenspatronen der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Eine Name, der für die Stiftung eine Frage der Identität geworden. Deshalb widmet sie sich auch dem, was mit Rosa Luxemburg verbunden wird: der leidenschaftlichen Kritik am Kapitalismus und der überzeugenden Formulierung von Alternativen.

Diese Wieder- bzw. Neuentdeckung Rosa Luxemburgs (2014 ist im Dietz Verlag der Band 6 ihrer Gesammelten Werke veröffentlicht worden, Band 7 und 8 sollen in den nächsten Jahren folgen) erstreckt sich zwar auf alle Facetten ihrer Persönlichkeit, also auf die marxistische Theoretikerin ebenso wie auf die Liebhaberin und Geliebte, auf ihre schriftstellerischen Fähigkeiten ebenso wie auf ihre Leidenschaft für Pflanzen und Vögel), aber im Vordergrund stehen mit den zwischenmenschlichen sowie politisch-praktischen Seiten der „revolutionären Humanistin“ (Ossip K. Flechtheim) noch immer jene, die auch schon Margarete von Trotta in ihrer tendeziell eher „privatisierenden“ Filmbiografie Mitte der 1980er-Jahre hervorgehoben hat. Dabei ist das theoretisch-publizistische Werk Rosa Luxemburgs für die Neubegründung eines antiautoritären Sozialismus keineswegs weniger bedeutsam.

Ein Wochenendseminar kann selbstverständlich nicht einmal ansatzweise das Studium ihrer Schriften und Briefe ersetzen und macht auch die Lektüre von Luxemburg-Biografien alles andere als überflüssig. Es hätte seinen Zweck vielmehr bereits erreicht, wenn die Teilnehmer*innen sich ermuntert fühlen, mehr von Rosa Luxemburg lesen und lernen zu wollen.

Angesichts eines unverminderten Überhangs individualisierendromantischer Deutungen will dieses Lese-Wochenende Luxemburg nicht in erster Linie als „Privatperson“ vorzustellen, sondern als marxistische Intellektuelle, deren theoretische Kritik an der unzureichenden Handlungsfähigkeit und Selbsttätigkeit der Klasse auch für unsere Gegenwart unvermindert aktuell ist.

Die gewählten Textausschnitte können hier relative Repräsentativität beanspruchen und sind recht kurz gehalten. Dieser Umfang ermöglicht es, dass die Teilnehmer*innen sowohl zum Lesen als auch zum gemeinsamen Diskutieren der Texte genügend Zeit haben.

  • "Massenstreik, Partei und Gewerkschaften": Zentraler Beitrag Rosa Luxemburgs zur Massenstreikdebatte. Der gewählte Ausschnitt klärt über die Gründe auf, warum sich Gewerkschaftsbeamten dem Massenstreik distanziert gegenüber stehen.
  • "Einführung in die Nationalökonomie":  Das Manuskript diente Luxemburg als Grundlage ihrer Vorlesungen an der Parteischule. Die Schlusspassage kann zugleich als populärwissenschaftlich formulierte Summe ihrer Imperialismustheorie gelesen werden
  • "Der Wiederaufbau der Internationale": Der kurze Text aus dem Umfeld der Junius-Broschüre bringt das Einschwenken der offiziellen Arbeiterbewegung auf den Kurs der Kriegsbefürwortung auf den theoretischen Begriff des Sozialimperialismus.
  • "Organisationsfragen der russischen Sozialdemokratie / Zur russischen Revolution": Ebenso legendäre wie hellsichtige Abrechnung Luxemburgs mit den autoritärzentralistischen Praktiken der Bolschewiki
  • "Was will der Spartakusbund?" Von Luxemburg formulierte Programmschrift, die später auch vom Gründungsparteitag der KPD übernommen wurde

Den vorläufigen Ablaufplan gibt es hier.


Teilnahmegebühr:

Teilnahmegebühr im Mehrbettzimmer je 50 Euro, EZ-Zuschlag 20 Euro. (Ermäßigung auf Anfrage)

 Anmeldung per Mail an post@rls-nrw.de

Bitte nennen Sie bei dabei Name, Vorname, Ihre Anschrift sowie ihre Kontaktdaten (E-Mail, Telefon) und geben Sie an, ob sie ein EZ oder DZ wünschen


Literaturempfehlungen:

Rosa Luxemburg oder: Der Preis der Freiheit. Herausgegeben von Jörn Schütrumpf. Einsichten und Ansichten von und über Rosa Luxemburg. Online hier.

Ursula G.T. Müller: Rosa Luxemburg und der Feminismus. Rede anläßlich des 140. Geburtstages Rosa Luxemburgs im Landeshaus Kiel. Online hier.

Eine ausführlich Zusammenstellung der RLS Publikationen zu Rosa Luxemburg gibt es hier:

www.rosalux.de/geschichte/publikationen/news-thema/rosa-luxemburg/2369.html

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